Mathematische Lernumgebungen

12. Mai 2009

Im Bachelorstudiengang Frühkindliche Bildung und Erziehung gebe ich im Wahlmodul Mathematik in diesem Semester eine Lehrveranstaltung zum Thema „Mathematische Lernumgebungen“. Einige Essenzen aus unserer sehr spannenden und intensiven Auseinandersetzung mit dem Begriff  „Mathematische Lernumgebungen“ besonders auch im Hinblick auf den Einsatz von Lernumgebungen im Kindergarten möchte ich gerne mit euch teilen.

Was kann unter einer mathematischen Lernumgebung verstanden werden?
Vergleiche für die folgenden Ausführungen Wollring (2007)
Für Mathematikunterricht in der Schule bedeutet mathematische Lernumgebung, dass eine Arbeitssituation bestehend aus einer felxiblen großen Aufgabe (Netzwerk kleiner Aufgaben) geschaffen wird, in der aktiv entdeckendes und soziales Lernen ermöglicht und unterstützt wird.
Dafür braucht es einen mathematischen Inhalt, der für die Schüler Sinn gibt (Lebensweltbezug oder „mathematische“ Attraktivität). Veschiedene Formen von Artikulation wie Handeln, Sprechen, Schreiben sollen in der Lernumgebung impilziert sein. Es muss sowohl Raum zum Gestalten („Spiel-Raum“), in dem ein felxibler Umgang mit Materialien stattfindet, als auch Raum zum Behalten (Dokumentationen) geben. Lernumgebungen sollten Raum für natürliche Differenzierung geben, d.h. auf verschiedenen Leistungsniveaus zu bearbeiten sein. Lernumgebungen sind durch bestimmte logistische Überlegungen in ihrem Umfang und ihrer Durchführung begrenzt. Es werden Materialien benötigt und zwar solche, die von den Kindern aufgebraucht werden und solche, die wiederverwendet werden können. Es wird Zeit benötigt. Ein ökonomischer Umgang mit dieser Ressource im Hinblick auf Vorbereitung und Durchführung ist unabdingbar. Im Sinne der Qualitätssicherung sollten im Rahmen einer Lernumgebung die Kompetenzen einzelner Schüler oder Gruppen evaluiert werden genauso der Beitrag einer Lernumgebung zum Unterricht. Es sollte eine Vernetzung der Lernumgebungen zu anderen Inhaltsbereichen/Fächern vorhanden sein.

Was heißt das für Lernumgebungen im Elementarbereich?
Vergleiche hierzu Wollring (2006)
Für den Elementarbereich wird statt Lernumgebungen der Ausdruck Förderumgebungen gewählt. Ausgangspunkt ist hier nicht der mathematische Anlass sondern ein Spielanlass. Es geht darum in Spielsituationen von Kindern Handlungen und Äußerungen zu finden, die Ausgangspunkt für Mathematiktreiben sein können. Eine Förderumgebung muss besonders Raum zum Gestalten geben. Das Gewicht liegt hier auf dem „Spiel-Raum“.

Daraus und aus unseren eigenen Überlegungen ergeben sich für uns die folgenden Kriterien.

Eine mathematische Lernumgebung im Kindergarten soll:
– durch eine anregungsreiche, motivierende Umgebung, Neugier wecken
– Mathematik auf den unterschiedlichsten Wegen interaktiv erlebbar machen
– selbständiges Lernen fördern
– anregen zum Experimentieren
– positives Lernklima erzeugen
– freiwillig sein
– ansprechende Materialien anbieten
– ausreichend Zeit zur Verfügung haben
– durch eine motivierte, neugierige, interessierte Pädagogin, mit der Fähigkeit zu Mathematisieren, angeboten werden
– Sinn machen
– zu Kommunikation und Reflexion sowie Lernen in der Gruppe anregen
– Spuren bei den Beteiligten hinterlassen (Intellektuell und zum Anfassen)

Literaturangaben

Wollring, B. (2006): Kindermuster und Pläne dazu – Lernumgebungen zur frühen geometrischen Förderung. In Grüßing, Meike; Peter-Koop, Andrea (2006): Die Entwicklung mathematischen Denkens in Kindergarten und Grundschule. Beobachten – Fördern – Dokumentieren. Offenburg.

Wollring, B. (2007): Zur Kennzeichnung von Lernumgebungen für den Mathematikunterricht in der Grundschule. http://www.sinus-transfer.uni-bayreuth.de/fileadmin/MaterialienIPN/Lernumgebungen_Wo_f_Erkner_070621.pdf (Zugriff 12.05.2009)

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